Heilpädagogische Spieltherapie

In der heilpädagogischen Spieltherapie wird das Spiel als Prozeß der Selbstdarstellung, Selbstheilung und Selbstverwirklichung verstanden. Da die Spielfähigkeit von Kindern nicht selbstverständlich ist, sondern häufig in der Therapie entwickelt bzw. weiterentwickelt werden muß, kann das Spiel Therapiemedium als auch Therapieziel sein. Ziele der Spieltherapie beinhalten immer, die Entwicklung der Fähigkeit, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, sie zu formulieren, sie zu kontrollieren und in das Gesamtverhalten einzuordnen, sowie die Gefühle anderer wahrzubehmen, sie zu akzeptieren, im eigenen Verhalten zu berücksichtigen und angemessen darauf zu reagieren. Die heilpädagogische Spieltherapie hat immer eine ganzheitliche Befähigung des Kindes zur Selbstdarstellung, Selbstregulation und Selbstverwirklichung zum Ziel. Sie zielt weniger auf den Abbau einzelner Verhaltenssymptome ab.

Im heilpädagogischen Spiel wird grundsätzlich der Bezug zur Realität aufrechterhalten. Das bedeutet, dass Handlungen, die in der Welt „draußen“ nicht erlaubt oder möglich sind, auch in der Spielsituation als unerlaubt bezeichnet werden.

Das Spiel ist eine Möglichkeit des Heilpädagogen, Situationen zu schaffen, in welchen das Kind sich und seine Umgebung positiv erlebt und Entwicklung möglich wird (BHP Nov. 95).